Richtig Lüften

Zentrale oder dezentrale Wohnungslüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sorgen unabhängig von der Fensterlüftung für eine gute Luftqualität. Darüber hinaus wird, anders wie beim Fensterlüften, die in der “verbrauchten” Fortluft enthaltene Wärme wieder an die Zuluft abgegeben.

Kurz aber gründlich lüften

  • Durch Küchen- und Badbenutzung und die Zimmerpflanzen steigt die Feuchtigkeit in der Raumluft. Ohne ausreichende Lüftung können Feuchteschäden und Schimmel entstehen. Auch die “verbrauchte” Atemluft muss ersetzt werden. Als Richtwert gilt: Etwa alle zwei Stunden für fünf Minuten lüften. Dazu das Fenster weit öffnen und nach kurzer Zeit wieder ganz schließen. Dauerlüften durch gekippte Fenster unbedingt vermeiden!
  • Während des Lüftens sollten Sie die Heizkörperthermostate schließen.
  • Dichten Sie alte Fenster gut ab. Energiesparender ist der Einbau neuer dicht schließender Fenster in Verbindung mit einer Wohnungslüftungsanlage.

Fensterlüftung

Wie lange es dauert, bis die verbrauchte Raumluft vollständig gegen frische Außenluft ausgetauscht ist, hängt bei der Fensterlüftung sowohl von der Art der Lüftung (Querlüftung, Stoßlüftung, Kipplüftung) als auch von den Wind- und Temperaturverhältnissen ab.

Kipplüftung (zu vermeiden)

Bei gekippten Fenstern dauert es ca. 60 Minuten, bis die verbrauchte Raumluft vollständig ausgetauscht ist. Meist bleiben die Fenster über einen noch längeren Zeitraum gekippt, was zu einem unnötig hohen Luftwechsel führt. Weiterer Nachteil: Die Fensterleibungen, die umgebenden Bauteile und Inneneinrichtungen kühlen stark aus. Dadurch verlängert sich die Zeit für das erneute Aufheizen des Raumes und es besteht die Gefahr, dass sich Feuchtigkeit auf den ausgekühlten Flächen niederschlägt.

Wenn die Dauerlüftung auch noch bei geöffneten Thermostatventilen erfolgt, wird ein Großteil der aufsteigenden Warmluft von Heizkörpern ungenutzt nach außen geleitet. Für Einbrecher sind gekippte Fenster eine willkommene “Einstiegsmöglichkeit”. Bei Schlagregen können große Wassermengen in die Wohnräume gelangen. Viele Nachteile sprechen gegen eine Dauerlüftung mit gekippten Fenstern. Diese Form der Lüftung ist aus energetischen Gründen allenfalls außerhalb der Heizperiode, von Mai bis September, zu empfehlen.

Stoßlüftung

Bei einem geöffneten Fenster dauert ein vollständiger Austausch der verbrauchten Raumluft zwischen 5 und 10 Minuten in den Wintermonaten.

Es gilt: Je kälter es draußen ist, desto kürzer kann gelüftet werden.

Querlüftung

Durch vollständig geöffnete Fenster bzw. Türen, die sich möglichst gegenüber liegen sollten, kann ein Raum innerhalb kürzester Zeit gelüftet werden. Das ist die effektivste und energiesparendeste Form des Lüftens, wenn die Dauer konsequent auf wenige Minuten begrenzt wird.

Geschlossene Fenster

Bei älteren Gebäuden erfolgt eine Grundlüftung durch Leckagen und undichte Fenster. Auch ohne die Fenster zu öffnen, findet ein ungeregelter und oftmals mit hohen Energieverlusten verbundener Luftwechsel in den beheizten Räumen statt. Moderne Gebäude werden möglichst luftdicht gebaut. Deshalb muss das Nutzerverhalten in Neubauten und energetisch sanierten Häusern umgestellt werden, um die verbrauchte Luft bewusst gegen Frischluft zu ersetzen und zu verhindern, dass warme, feuchte Raumluft zu Bauschäden und Schimmelpilzbefall führt.

Fensterlose Innenräume sollten über eine Lüftungsmöglichkeit verfügen (Schachtentlüftung, Ventilatorlüftung). Geschieht dies nicht, gelangt die verbrauchte und mit Gerüchen belastete Luft in die angrenzenden Wohnbereiche. Dieser unangenehme Effekt kann durch ungünstige Windverhältnisse noch verstärkt werden.

Feuchteschäden: Daneben besteht in innenliegenden Küchen und Bädern die Gefahr, dass feuchte Luft auf kalten Bauteiloberflächen kondensiert und Feuchteschäden verursacht.